Heute ist mehr Lametta

Ich weiß nicht, ob das nur mir so ging bei Spaziergängen und Zugfahrten ab Mitte November, aber – ich hatte den Eindruck, dieses Jahr gab und gibt es viel mehr Lametta. Mit Lametta ist natürlich die allgemeine, fröhliche, rankende, glitzerbunte Weihnachtsdeko gemeint.

Beispiele:

Ein Balkon in Frankfurt am Main

Es geht natürlich auch geschmackvoller – Nachbarshaus in Potsdam
Restaurant in Griebnitzsee

Meine Vermutung ist, dass die Menschen es sich in diesem Jahr zu Hause besonders schön machen wollten (und mussten?). Natürlich sind es toughe Zeiten und ich fühle mit all denen, die gerne zu ihrer Familie gefahren wären und es nicht konnten. Gemeinsame Zoom-Abendessen und ein entferntes Winken durch die Kamera beim Geschenke auswickeln sind selbstverständlich nicht dasselbe wie das herzliche sich Um-die-Arme-fallen, nachdem man ein besonders tolles Geschenk entdeckt hat.

Ich habe das letzte halbe Jahr unterrichtet und auch mir fehlt schmerzlich der richtige Kontakt zu meinen eifrigen, lustigen, lebhaften Projektgruppen.

Aber gerade jetzt in der Weihnachtszeit haben wir mit all dem zusätzlichen Lametta bestimmt auch ganz viel an ‚Hygge‘ gewonnen, dem dänisch-norwegischen Wort für Gemütlichkeit. Wir müssen es uns zu Hause besonders schön machen und somit machen wir es auch und damit entstehen ganz besondere Ereignisse. Meine Mitbewohnerinnen haben z.B. zum 3. Advent draußen im Garten neben unserem kleinen eingepflanzten Tannenbaum 1 ganze Stunde lang Weihnachtslieder gespielt. Nachbarn kamen und standen mit Abstand entzückt mit wärmenden Glühwein drumrum und waren danach so dankbar, dass wir mit Kaffee und Stollen bedacht wurden – wie schön!

Danke euch, liebe Mitbewohnerinnen.

Musik gab’s draußen, Fotosession mit den modelwürdigen Outfits ausgeleuchtet im Warmen

Vielleicht können wir etwas Hygge mit ins neue Jahr nehmen – mehr Gemütlichkeit, mehr Zeit im eigenen Heim statt kopflos von einem Treffen zum nächsten in 5 verschiedenen Städten zur eh schon stressigen Endjahreszeit zu hetzen. Spaziergänge ganz ohne Geschenke wertschätzen. Ich war am 24. in der Mittagszeit trotz Nieselregen 2 Stunden an der Spree spazieren und es war richtig schön (ohne Geschenke, aber der große Milchkaffee war ein Segen, den hatte ich mir jedoch selbst geschenkt). Wir schätzen all die Dinge, die einfach sind, aber viel Freude bereiten.

Ich weiß, vielleicht klingt dieser Artikel wie eine Wiederauflage all der anderen: „Wir können doch so viel Schönes und Gutes aus Corona-Zeiten mitnehmen.“ und es klingt wie Häme. Aber ja, in der Tat: so einiges können wir mitnehmen. Ich wünsche mir mehr Lametta, auch für nächstes Jahr.

Fröhliche Weihnachten!

Und hier nochmal die schönste Auswahl der diesjährigen Tannenbäume:

Prag – Frisörsalon
Prag – Restaurant, beide von eine Freundin zugeschickt
Potsdam am der Peter und Paul-Kirche

Veröffentlicht von Christine Heybl

Ich habe zum Thema 'Klimagerechtigkeit' promoviert, Hauptfach Philosophie, Nebenfach Biologie. Ziel war es zum Thema Nachhaltigkeit, herauszuarbeiten, dass durch den Klimawandel Menschenrechtsverletzungen entstehen und wir daher die Verpflichtung haben, in allen Bereichen der Gesellschaft eine nachhaltige, ökologisch-vertretbare Lebensweise einzuführen, die die Menschenrechte aller Individuen sowohl heute als auch in Zukunft möglich macht und schützt. Ich bin sehr Nachhaltigkeitsthemen interessiert, zurzeit v.a. an nachhaltigem Konsum, organischer Landwirtschaft und Permakultur.

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