Ein Plädoyer für naturnahe Gärten

Bitte domestiziere Deinen Garten nicht

Ich bin vor kurzem erst umgezogen und ich wusste es nicht, aber wo ich herkomme, ist urban gardening schon sehr verbreitet. In Potsdam und auch in Berlin werden viele Flächen genutzt, um wildes Grün wachsen zu lassen – urbane Hintergärten, Balkone überfrachtet mit Kästen mit Kräutern und Blumen, naturnahe Vorgärten. Es ist bei weitem noch nicht perfekt, es gibt noch viele graue und versiegelte Flächen, aber… man kann viel wildes Grün finden.

Wo ich jetzt wohne, scheinen viele Menschen, auf jeden Fall für meinen ersten Eindruck sehr geordnete Gärten zu mögen. Oder gar keine.

Es sieht ordentlich aus – das ist wahr. Und es macht nicht viel Arbeit – das stimmt auch.

Aber wäre es nicht toll und auch wahrscheinlich angenehmer, mehr Grün, mehr Farben, mehr Natur in unseren Städten zu haben? Vielleicht sogar mehr essbare? Ein Spaßfaktor ist, dass man beinahe überall mit allem Möglichen gärtnern kann und die Plätze um sich herum grüner gestalten kann.

Gärtnern mit Schubladen auf Baumscheiben

Die Natur will zurück, sogar, wenn wir gar nichts dafür tun.

Vogelbeere und Ahorn sich einen Weg bahnend durch die Zivilisation

Es gibt einige wunderbare Vorteile, wieder mehr Natur in der Stadt zuzulassen: Es verbessert zutiefst unsere Lebensqualität, indem wir einfach mehr Freude an unserer Umgebung haben. Zudem filtern Pflanzen und Bäume die Luft und versorgen uns damit mit frischer, sauberer Luft. Begrünte Flächen nahe von Gebäuden (wie gerade gezeigt) helfen dabei, Starkregen aufzunehmen, indem sie ein Teil des Wassers aufnehmen, der ansonsten unsere Keller überfluten würde.

Diese durchlässige Pflasterung ist ein Parkplatz und ein grüner Ort zur selben Zeit. Er ist effektiv dazu fähig, Wasser zu absorbieren und zu speichern bei Starkregenereignissen. Dazu kann dieser Platz aber auch Wasser verdunsten lassen und damit zu heißen Zeiten das Mikroklima herunterkühlen.

Genial: durchlässige, grüne Parkflächen

Wenn Du in Deinem Garten wilde Ecken erlaubst, findest Du mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit etwas zu essen, selbst neben einer dekorativen Pflanze wie die Brennnesseln im nächsten Bild. Brennnesseln sind gesund und können wie Spinat (s. anderer Blogbeitrag von mir) oder als Tee zubereitet werden.

Frisch gewaschene Brennnessel

Man kann eigentlich überall Essbares finden:

Schnittlauch auf dem (ansonsten kahlen) Balkon

Manchmal ist es nicht so sichtbar. Hier – Löwenzahn, den man als Salat essen kann:

Löwenzahnsalat ist am besten mit Äpfeln und Jogurtsoße

Oder man stellt das Essbare jemand anderem zur Verfügung:

Rotdorn für Insekten (Blüten) und Vögel (Früchte)

Urbanes Grün kann vielen Zwecken dienen. Hier erlaubt es einen erhebenden Durchgang:

Ein Quittendurchgang in einem Klostergarten

Insgesamt sind städtisches Grün und Gärten in der Stadt einfach so schön.

Akelei und Pfingstrosen – volle Pulle Frühling

Einen schönen Frühling noch.

Veröffentlicht von Christine Heybl

Ich habe zum Thema 'Klimagerechtigkeit' promoviert, Hauptfach Philosophie, Nebenfach Biologie. Ziel war es zum Thema Nachhaltigkeit, herauszuarbeiten, dass durch den Klimawandel Menschenrechtsverletzungen entstehen und wir daher die Verpflichtung haben, in allen Bereichen der Gesellschaft eine nachhaltige, ökologisch-vertretbare Lebensweise einzuführen, die die Menschenrechte aller Individuen sowohl heute als auch in Zukunft möglich macht und schützt. Ich bin sehr Nachhaltigkeitsthemen interessiert, zurzeit v.a. an nachhaltigem Konsum, organischer Landwirtschaft und Permakultur.

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